Im ersten Obergeschoss des Gebäudeteils Badhotel sind in zwei Sälen dauerhaft Kunstwerke mehrerer Jahrzehnte und unterschiedlicher Gattungen (Skulpturen, Zeichnungen, Holzschnitte, Aquarelle, kunstgewerbliche Objekte) aus der Hand des rheinischen Plastikers, Graphikers und Malers Ewald Mataré (Aachen-Burtscheid 1887–1965 Büderich) sowie Namensgebers des Museum Kurhaus Kleve – Ewald Mataré-Sammlung zu sehen.
Die Sammlung seiner Arbeiten aller Gattungen bildet die Basis für die Auseinandersetzung mit der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts im Museum Kurhaus Kleve. Begründet wurde sie 1988, als die Tochter des Künstlers, Sonja Mataré, einen ersten Teil des Nachlasses ihres Vaters in die Obhut der Stadt Kleve gab. Ausgebaut wurde sie 2020, als Sonja Mataré verstarb und einen Teil dem Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V. testamentarisch vermachte und ein Großteil an den Gründungsdirektor des Museum Kurhaus Kleve, Guido de Werd, ging, der ihn 2021 der Stadt Kleve zur Schenkung machte. Für weitere Informationen siehe auch ->hier.
Die enge Beziehung zwischen Ewald Mataré und Kleve geht zurück auf die Jahre 1932-1934, als er im Auftrag der Stadt die Skulptur des „Toten Kriegers“ als Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs realisierte. Das Monument wurde von den Nationalsozialisten 1937 zerstört, 1977 in Trümmern wieder aufgefunden, anschließend restauriert und 1981 vor der Klever Stiftskirche ein zweites Mal aufgestellt.
Kein anderes Museum in Deutschland kann Ewald Matarés facettenreiches Schaffen so umfassend darstellen wie das Museum Kurhaus Kleve.
Das Haus unterhält zudem ein umfangreiches Archiv, in dem Matarés Werk dokumentiert wird.
Ewald Matarés Werk, das von den Nationalsozialisten als „entartet“ gebrandmarkt wurde, zählt zu den Höhepunkten der Klassischen Moderne in Deutschland. Die wichtigsten, mit einem eindrucksvollen Willen zu unbedingter formaler Klarheit umgesetzten Themen von Matarés Kunst sind das Tier, die Landschaft und die menschliche Figur.
Seine Arbeitsweise zeichnet sich aus durch eine intensive Zwiesprache mit dem Material und eine große handwerkliche Präzision. Mit seinen zahlreichen Auftragswerken für den öffentlichen Raum (etwa die bronzenen Türen für den Kölner und Salzburger Dom oder für die Friedenskirche in Hiroshima) und durch seine Tätigkeit als Lehrer an der Düsseldorfer Kunstakademie übte Ewald Mataré nach dem Zweiten Weltkrieg großen Einfluss auf eine ganze Generation von Künstlern aus – nicht zuletzt auf seine bedeutenden Schüler Joseph Beuys und Erwin Heerich.