Brice Marden-Retrospektive der Druckgraphik, Ausstellung Museum Kurhaus Kleve 1.2.–26.4.09
01.02.2009
Das Museum Kurhaus Kleve würdigt einen wichtigen Aspekt des Werkes von
Brice Marden: die Druckgraphik. Sie spielt eine Schlüsselrolle im
Schaffensprozess des Künstlers, ist aber – mit Ausnahme einer
Ausstellung in der Londoner Tate Gallery 1992 – noch nie in großem
Maßstab vorgestellt worden. Auch die vom Museum of Modern Art, New
York, vorbereitete und 2007 in der Nationalgalerie Berlin, Hamburger
Bahnhof, gezeigte Retrospektive hatte ihn ausgeblendet. Mit rund 100 druckgraphischen Arbeiten, die ergänzt werden durch
ausgewählte Zeichnungen und Gemälde, macht die Ausstellung Brice
Mardens einzigartige Leistung als Graphiker erfahrbar – und gibt
zugleich einen repräsentativen Überblick über die Intentionen seiner
Arbeit und die Entwicklung seines Werks von den sechziger Jahren bis
heute.
Dabei zeigt sich, dass die Druckgraphik für den Künstler
keineswegs ein nebensächliches oder gar der Malerei untergeordnetes
Medium ist, sondern vielmehr eine Ausdrucksform von eigenem Rang. Immer
wieder leitet Marden entscheidende Schritte in seinem Werk mit
Radierungen, Lithographien oder Siebdrucke ein. Der experimentelle
Umgang mit diesen handwerklich anspruchsvollen Techniken ist ein in
seiner Bedeutung kaum zu überschätzender Stimulus für sein Schaffen.
Die Ausstellung „Brice Marden – Retrospektive der Druckgraphik“
wurde konzipiert vom Museum Wiesbaden, wo sie vom 28.09.08 bis zum
18.01.09 zu sehen ist. Das Museum Kurhaus Kleve kann sie als zweite und
letzte Station präsentieren.
Brice Marden (geboren 1938 in Bronxville, lebt in New York) zählt zu
den international renommiertesten Vertretern der abstrakten Malerei in
den USA. Seit den 1960er Jahren hat er ein Werk entfaltet, das, fußend
auf dem Abstrakten Expressionismus, von der Kraft der Farbe und von der
Dynamik der Linie handelt, das subjektives Erleben in bestechend
einfache und dennoch hoch komplexe Formen gießt, das einerseits von
tiefem Verständnis für die Natur durchdrungen und andererseits an der
intensiven Beschäftigung mit europäischer und fernöstlicher Geschichte
und Kultur gewachsen ist.
Mit der Ausstellung von Brice Marden setzt
das Museum Kurhaus Kleve eine Reihe von Präsentationen herausragender
amerikanischer Künstler fort, die 1999 mit einer Retrospektive der
Druckgraphik von Richard Serra begann und bisher u. a. Ausstellungen
von Mark Tansey (2005) und Robert Indiana (2007) umfasste.