Alex Katz - An American Way of Seeing, Ausstellung 11.10.2009-21.02.2010
01.02.2010
Alex Katz gehört seit Jahrzehnten zu den führenden Vertretern der
figürlichen Malerei in Amerika. Mit seinen bestechend klaren Bildern
ist er zum Chronisten des modernen Lebens in der zweiten Hälfte des 20.
Jahrhunderts geworden und hat auf zahllose Künstler jüngerer
Generationen weltweit großen Einfluss ausgeübt. Das Museum Kurhaus
Kleve zeigt eine repräsentative Übersicht über das Schaffen von Alex
Katz. Sie umfasst über 40 Arbeiten – Gemälde ebenso wie Cut-outs – aus
dem Zeitraum 1957-2008 aus europäischen und amerikanischen Sammlungen
sowie dem Besitz des Künstlers.
Die Ausstellung „Alex Katz – An
American Way of Seeing“ wurde realisiert in Kooperation mit dem Sara
Hildén Kunstmuseum, Tampere / Finnland, und dem Musée de Grenoble,
Frankreich.
Mit ihr setzt das Museum Kurhaus Kleve seine Reihe von Ausstellungen
bedeutender amerikanischer Künstler fort, in der bisher u. a. Richard
Serra, Mark Tansey, Robert Indiana und Brice Marden gezeigt wurden.
Das Werk von Alex Katz wird bestimmt von Porträts und
Gruppenbildern, von Stillleben und Landschaften. Seine farbintensiven,
bisweilen elegant wirkenden Bilder zeichnen sich aus durch eine
plakative Malweise, die jeden Illusionismus und die Zumutungen des
Anekdotischen und der Psychologie strikt zurückweist. Sie sind, wie er
selbst sagt, zwar realistisch, aber keineswegs natürlich. Katz
reduziert alltägliche Motive auf das Wesentliche und überhöht sie
zugleich, nicht selten auf Leinwänden von geradezu monumentalem Format.
Ungeachtet ihrer klaren und fest gefügten Formen vermittelt Katz’
Malerei ein Gefühl von Schnelligkeit und Momenthaftigkeit – ein Indiz
der prägenden Wirkung, die der Abstrakte Expressionismus einerseits und
der Jazz andererseits auf ihn ausübten. Innovativ und wegweisend ist
seine früh begonnene Auseinandersetzung mit den modernen Massenmedien,
mit Photographie, Film und Fernsehen sowie mit den Bildstrategien der
Werbung.
Alex Katz wird 1927 in Brooklyn / New York als Sohn russischer
Auswanderer geboren. Nach dem Studium an der Cooper Union School in New
York und an der Skowhegan School of Painting and Sculpture in Maine
zieht er 1950 nach Manhattan, wo er in die Kunst- und Musikszene
eintaucht, den Cool Jazz von Stan Getz für sich entdeckt und enge
Freundschaften mit dem Tanzkritiker Edwin Denby und dem Dichter Frank
O’Hara knüpft.
1954 hat Katz seine erste Einzelausstellung in New York und erwirbt
gemeinsam mit Freunden ein kleines Haus in Lincolnville / Maine, wo er
bis heute die Sommer verbringt. 1957 malt er sein erstes Porträt von
Ada, die im Jahr darauf seine Frau wird. 1960 wird Alex Katz’ Sohn
Vincent geboren, der seitdem ebenfalls zum Motiv zahlloser Gemälde und
Cut-outs geworden ist. 1964 entstehen die ersten vielfigurigen
Gesellschaftsbilder. 1977 gestaltet Katz ein Ensemble riesiger
Plakattafeln mit Frauenbildnissen für den New Yorker Times Square. 1986
widmet das Whitney Museum of American Art; New York, ihm eine große
Retrospektive. 1994 richtet die Cooper Union School einen Alex
Katz-Gastlehrstuhl für Malerei ein, und zwei Jahre später wird der ganz
dem Werk von Katz gewidmete Paul J. Schupf Wing im Colby College,
Maine, eröffnet.