Anhand von über 100 Arbeiten gibt das Museum Kurhaus Kleve einen
Überblick über exemplarische Positionen der modernen Druckgraphik und
schlägt dabei einen Bogen von den 1920er bis in die 1970er Jahre. Die
Werke stammen aus einer facettenreichen rheinischen Privatsammlung, die
dem Museum seit vielen Jahren eng verbunden ist. Die Ausstellung setzt
ein mit Künstlern der Klassischen Moderne, z. B. Lyonel Feininger, Ewald
Mataré, Gerhard Marcks oder Renée Sintenis.
Ihr Focus aber liegt klar auf der Zeit nach 1945 – beginnend mit
Leitfiguren der Nachkriegsmalerei wie Willi Baumeister und Ernst Wilhelm
Nay, über Protagonisten der konkreten Kunst wie Josef Albers, Max Bill
und Richard Paul Lohse, über die Farbfeld-Bilder etwa von Antonio
Calderara oder Rupprecht Geiger und die Op Art, vertreten u. a. durch
Victor Vasarely, bis hin zur Zero-Kunst eines Otto Piene.
Die graphischen Techniken umfassen die traditionellen Verfahren
Holzschnitt, Radierung und Lithographie ebenso wie den Siebdruck, dessen
in den 1950er Jahren beginnender Siegeszug eine neue Epoche der Graphik
einleitet.
Das Museum Kurhaus Kleve hat seit der Mitte der 1990er Jahre
unterschiedliche Aspekte der umfangreichen Privatsammlung vorstellen
dürfen, zu der dieser bedeutende Bestand an moderner Druckgraphik
gehört. Frühere Präsentationen würdigten die Arbeiten auf Papier
deutscher Künstler nach 1950 („Farbräume und Bildstrukturen“, 1995), die
Kleinplastiken des 20. Jahrhunderts (1998), die mittelalterlichen
Miniaturen und Inkunabeln (1998) und die historischen Gartenansichten
des 17. bis 19. Jahrhunderts („Gartenlust“, 2004).