Winterlesung Terra Incognita – Reisen durch Raum & Zeit mit Valentina Vlasic
08.01.2020
Donnerstag, 30. Januar 2020, 15:30 bis 16:30 Uhr in der Lounge des Museums
Das Museum
Kurhaus Kleve freut sich im Januar und Februar 2020 eine 5-teilige Serie von
Winterlesungen zum Thema Terra Incognita – Reisen durch Raum & Zeit
anzukündigen.
Die
Lesungen finden jeweils am Donnerstag von 15.30 bis 16.30 Uhr in der Lounge des Museum Kurhaus Kleve statt, der
Eintritt beträgt 5 EUR (reduziert und für Mitglieder des Freundeskreises 3
EUR).
Das „Schilder-Boek“
von Karel van Mander (1548-1606)
Bei ihrer Lesung am 30.
Januar 2020, von 15.30 bis ca. 16.30 Uhr, nimmt Kunsthistorikerin Valentina
Vlašić die Zuhörer*innen mit auf eine Reise in das 16. und frühe 17.
Jahrhundert. Sie liest Passagen aus dem berühmten „Schilder-Boek“ von Karel van
Mander (1548-1606), das 1604 als erste kunsttheoretische Schrift nördlich der
Alpen erschienen ist und neben italienischen auch erstmals überhaupt die Viten und
Werke berühmter niederländischer und deutscher Künstler behandelt. Geboren
wurde Karel van Mander in Meulebeke, Flandern. Sein Vater, Cornelis van Mander,
war adeliger Abstammung, und seine Mutter Johanna van der Beke besaß Vermögen.
Van Mander erhielt eine gute Ausbildung und studierte u.a. in Gent. Selbst
eingangs als nicht untalentierter Zeichner und Maler tätig, eignete er sich das
Wissen über zeitgenössische Maler und Bildhauer auf seinen mehrjährigen Reisen
durch Europa an. In den 1570er Jahren kam er u.a. nach Florenz, Terni und Rom,
wo er von den Werken alter Meister begeistert war. Über Basel, Krems, Wien (wo
er u.a. den von Künstlern am Prager Hof geprägten Manierismus kennen und
schätzen lernte), Nürnberg und Brügge kam er schließlich nach Haarlem, wo er
zwanzig Jahre lebte und in den 1580er Jahren zusammen mit Hendrick Goltzius und
Cornelis van Haarlem die sogenannte „Haarlemer Akademie“ gründete. Sein
„Schilder-Boek“ bildet sein literarisches Hauptwerk, das bis heute zu den
wichtigsten zeitgenössischen Quellen zur niederländischen Malerei um 1600
zählt. Valentina Vlašić wird aus einem Faksimile und einer Übersetzung lesen
und ein kostbares Originalexemplar mit originalen Kupferstichen bereitstellen,
das durch Besucher*innen vor und nach der Lesung begutachtet werden kann.